Hühnersuppe ala Pho Bo

Hühnersuppe ala Pho Bo

Hühnersuppe ala Pho Bo

Es herrscht eindeutig Suppenwetter. Seit Tagen, gefühlt Wochen. Hühnersuppe bekomme ich momentan nicht über, sondern freue mich über jeden brodelnden Topf, der einige Tage dampfende, wohlschmeckende Suppe verheißt. Aber wenn man mit vergleichbaren Zutaten über eine längere Zeit hinweg kocht, bekomm man unweigerlich Lust, Dinge auszuprobieren, zu variieren, mit Nuancen zu spielen und den Geschmack zu verfeinern.

Deswegen habe ich Hühnersuppe nach dem Rezept von Pho Bo angesetzt. Das Besondere daran ist die Zusammenstellung der Gewürze, mit denen man die Brühe zubereitet. Neben den klassischen Gewürzen, wie Zwiebel, Knoblauch, Lorbeer, Wacholderbeeren und Pfeffer, kommt eine weitere Zusammenstellung hinzu, die ich aus der vietnamesischen Küche übernehme. Dazu zählen Ingwer, Korianderkörner, Zimtstangen und Sternanis. Klingt ungewohnt? Stimmt, aber ich kann nur empfehlen, das Experiment mal zu wagen. Man wird mit einem milden, aber auch würzigen Aroma überrascht. Die Zusammenstellung wird zwar traditionell für die Zubereitung einer Rinderbrühe verwendet, aber hier passt sie ebenso gut. Ich habe zusätzlich noch zwei kleine getrocknete Chilischoten ergänzt, um dem Ganzen etwas Feuer zu verleihen.

Die Kochzeit kann gar nicht lange genug sein. Bei Rinderknochen zum Beispiel kann der ganze Tag über dem Zubereiten der Brühe vergehen. Bei einem Huhn tun es auch drei bis vier Stunden. Nach einer halben bis dreiviertel Stunde das Fleisch ablösen und für die Suppe aufbewahren.

Neben dem Fleisch kommen Nudeln, klein gehackter Ingwer, Abrieb von Zitronen, Limettensaft und unbedingt frischer, grüner Koriander in die Suppe. Ich habe mir zusätzlich noch eine paar Algen eingeweicht und nach kurzes Kochzeit abgegossen. Alles zusammen wird in Schalen angerichtet und mit der sehr heißen Brühe übergossen. Zum Abschmecken empfehlen sich Sojasauce und Fischsauce. Die Suppe ist zwar exotisch und möglicherweise ungewohnt, aber weil die Aromen so stimmig ineinandergreifen, ergibt sich ein feines, rundes Ganzes.

Suppenglück

Suppenglück

Vielleicht ist das Rezept überraschend? Denn immerhin kommen eine ganze Reihe Zutaten darin vor, die nicht hier wachsen und deswegen auf den ersten Blick nicht unter „regional“ zu passen scheinen? Aber wenn man unter regional auch den Ansatz „by local“ rechnet, wird es verständlich. Im Umkreis weniger Kilometer haben wir hier kleine, inhabergeführte Geschäfte, die Spezialitäten und auch exotische Produkte aus fairem Anbau und von hoher Qualität bieten. Ich bin bekennender „Innenstadteinkäufer“ und bei den Streifzügen findet man Gewürze, Kräuter und Zutaten, die aus einem klassischen Rezept eine köstliche Abwechslung werden lassen.

Schreibe einen Kommentar