Giersch-Flammkuchen – #2 von 3

Der Hefeteig ist nach einer Nacht im Kühlschrank weiter gut aufgegangen, geschmeidig und gut zu formen. Ich möchte heute eine geschmacklich andere Variante zubereiten, die aber ähnlich einfach wie die Giersch-Pizza funktioniert, nämlich einen Giersch-Flammkuchen. Abwechslungsreiche, einfache Gerichte mit frischen Kräutern, die man vor der Haustür findet, und ein paar Zutaten aus der Region – besser geht es nicht.

Der Teig wird dünn ausgerollt und mit einer Gabel in regelmäßigen Abständen eingestochen. Er geht, solange die Kräuter für den Beleg des Flammkuchen zubereitet werden. Wie der Teig zubereitet wird, habe ich im Rezept #1 dieser drei Kräuter-und-Teig-Rezepten beschrieben.

Giersch und Brennnessel

Derzeit koche ich sehr gern mit frisch gesammelten Brennnesselspitzen und Giersch, der in den lichten, feuchten Wäldern und auch im Garten bestens gedeiht. Natürlich kann man auch viele andere Kräuter für diese Rezepte verwenden. Warum ich mich immer wieder für diese zwei Allerweltsunkräuter entscheide? Weil es so einfach ist, sie zu nutzen! Brennnessel sind allgegenwärtig und im Überfluss vorhanden, dabei aber kulinarisch terra incognita. Genauso ist es mit dem Giersch, der alle Kleingärtner nervt, den man aber als köstliches und gesundes Wildgemüse fast gar nicht kennt. Es sind also zwei Alltagskräuter, die es neu zu entdecken gilt. Gleichzeit kann man davon so viel sammeln wie man möchte, denn sie sind nicht im Bestand bedroht und wachsen schnell nach.

Flammkuchen

In einem Topf mit schwerem Boden lässt man Speck aus und schwenkt darin Schinken, Zwiebeln und Knoblauch an bis alles gut gebräunt ist. Giersch und Brennnesseln hacken und zu dieser Mischung geben, alles unter beständigem Rühren dämpfen. Hinzukommen einige Löffel saure Sahne, Pfeffer, Salz und Muskatnuss. Die Mischung lässt man etwas abkühlen und verteilt sie dann auf dem vorbereiten Boden. Am besten passt dazu ein guter Ziegenkäse, kombiniert mit einem kräftig würzigen Blauschimmelkäse. Der Flammkuchen wird bei 220 °C ca. 20 – 15 Minuten gebacken, bis der Boden knusprig und der Käse geschmolzen und gebräunt ist.

Mut zum Improvisieren

Diese Art der Zubereitung ist so einfach und hat den Vorteil, dass man sie wunderbar variieren kann. Man kann den Belag zum Beispiel etwas üppiger machen, indem man Schmand und Sahne hinzugibt oder ihn auch als vegetarische Variante zubereiten. Wenn man mehr Zwiebeln verwendet, erinnert er geschmacklich an Zwiebelkuchen. Dazu passen auch Kümmel oder Kreuzkümmel, deren Aroma man besten herauslocken kann, wenn man sie in einer Pfanne ohne Fett anröstet bis die Samen duften. Eine weitere feine Zutat, die zu dieser Art der Verarbeitung von Kräutern passt, ist Sauerkraut oder auch fein gehobeltes Weißkraut. Was immer man probieren möchte – Brennnesseln und Giersch machen es mit und geben dem Gericht eine feine, kräuterige Note.

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