Frittierte Wildkräuter – Unkraut -Tempura

Sonntage sind traditionell kulinarisch üppig.  Man schlemmt und lässt es sich gut gehen. Daher finde ich die frittierten Wildkräuter passen wunderbar zu diesem Ostersonntag mit Frühlings-Bilderbuch-Wetter. Was ist eine „Unkraut -Tempura“?  Eine schnelle und einfache Methode, einen raffinierten Hingucker, eine edle Garnierung oder einen besonderen „kleinen Gruß aus der Küche“ auf den Tisch zu zaubern.

Man kann alle Arten von Kräutern verwenden, ich habe mich saisonal passend für Brennnesseln, Giersch und Löwenzahn entschieden. Auch Brunnenkresse oder Salbeiblätter aus dem Garten schmecken hervorragend. Den Löwenzahn möchte ich gern etwas näher in den Blick nehmen. Zugegeben, die hier und vorgeschlagene Art ihn zuzubereiten ist wirklich sehr üppig, sprich fett. Daher passt ein Tee aus dem Blättern mit den von Christine Cislak (Texte kursiv) beschriebenen Bitterstoffen perfekt zum Essen, um unsere Leber ein bisschen zu unterstützen. Außerdem ist das frittierte Wildkräuter – Unkraut -Tempura ein kleines Häppchen und kein ganzes Gericht.

Man wäscht und trocknet die ausgewählten Kräuter gut ab. Aus eiskaltem Wasser, hellem Mehl, einem Ei, Stärke und etwas Backpulver schlägt man einen flüssigen Teig auf. Er darf nicht zu dick um die zu frittierenden Kräuter liegen, aber auch nicht abtropfen. Man findet die richtige Konsistenz durch etwas Probieren heraus. Wichtig für ein knuspriges und leckeres Ergebnis ist es, dass das Wasser wirklich eiskalt ist. Man kann den Teig vor der Zubereitung 30 Minuten gehen lassen, damit sich alle Zutaten verbinden.

In einem kleinen Topf wird ein gutes, neutrales Pflanzenöl erhitzt. Ob es die richtige Temperatur hat es, findet man mit der „Stäbchenmethode“ heraus. Ein Holzstäbchen ins Öl halten, es müssen sich sofort kleine Bläschen darum bilden. Einzelne Blätter durch den Teig ziehen und in kleinen Portionen in das Öl geben, nach 1 Minuten wenden und aus dem Öl nehmen, wenn sie goldbraun wird. Auf Küchenkrepp abtropfen lassen und sofort heiß servieren.

Den Rest des Frittieröls abkühlen lassen und durch ein Sieb abgießen, es kann wiederverwendet werden. Hervorragend eignen sich für Tempura auch mundgerechte Gemüsestücke, dünne Streifen Fleisch oder Pilze. Je nach Saison immer wieder etwas Besonderes. Sonntag darf man ja mal…

Bleibt gesund und genießt das Leben!

Löwenzahn – Taraxacum officinale

Unser Löwenzahn ist eine heimische Heilpflanze, die vor unserer Haustür wächst und die einen wichtigen Platz in meiner therapeutischen Arbeit hat. Aus diesem Blickwinkel beschreibe ich heute die Pflanze. Es ist ein Kraut, dass ich ganz oft in Teemischungen am Anfang einer Behandlung verordne, da es den Weg bereitet für eine gezielte Therapie bereitet. Wir nutzen die frischen Blätter, die Knospen oder auch die Wurzeln in der Küche.

Der Löwenzahn ist uns bekannt und begleitet uns durch das Jahr. Die Pflanze verändert sich und hat so unterschiedliches Aussehen, das kennen wir auch vom Namen. Wir nennen sie Löwenzahn, Pusteblume oder Kuhblume. Einmal erkennen wir sie an der typischen gezackten Blattform, die Zähne des Löwen, und in der Rosette, wie sie aus der Erde kommt. Wer Gartenarbeit macht, kennt die tiefe hartnäckige Wurzel des Löwenzahnes. Ab Mai zeigt sich der Löwenzahn mit seiner gelben Blütenpracht und färbt Wiesen gelb. Später sind es die „Pusteblumen“ die uns im Vorbeigehen anlachen und einladen, die Samen mit unserer Puste in die weite Welt zu schicken. Die kleinen Samen hängen an dem Schirmchen und segeln mit dem Wind in die Welt hinaus.

Ich möchte heute vor allem auf das Wesen und seine unterstützende Art für unser Körper und Seele eingehen. Die getrockneten Blätter und die getrocknete Wurzel sind als Tee, Frischsaft oder Tinktur ein großes Heilmittel für unsere Leber. Sie hat Bitterstoffe, ist aber im Geschmack sanft mit seinen Bitterstoffen und somit ein gut bekömmlicher Tee oder Tinktur. In unserer Zeit braucht unsere Leber immer wieder Unterstützung, da sie in ihrer Entgiftungsfunktion und Produktion von Galle auf Hochtouren arbeitet. Wenn unsere Leber angespannt ist, gestaut ist, zeigt sich das nicht nur mit Verdauungsproblemen und auffälligen Stuhlgang, sondern unser Gemüt ist beeinflusst. „Mir ist eine Laus über die Leber gelaufen“ ist ein bekanntes Sprichwort. Wie geht es mir dann? Ich bin gereizt, ärgere mich und meine Gelassenheit und Ausgeglichenheit ist verschwunden. Doch gerade diese innere Ruhe gibt uns Kraft, gerade auch in diesen so unruhigen Zeiten. Wenn wir also mit pflanzlichen Mitteln den Leberstoffwechsel entstauen, können wir uns auch psychisch stärken und Ausgeglichenheit finden.

Der Löwenzahn gehört mit seinen bitteren Inhaltsstoffen, zu den Bittermitteln in der Pflanzenheilkunde und steht so neben Wermut, Enzian, Tausendgüldenkraut. Allerdings sind hier die Bitterstoffe gering und geben somit einen sanften Reiz an den Organismus. Wir nennen es so, dass Bitterstoffe tonisierend sind und somit Kraft und Stärke geben. Somit haben wir einen wichtigen Aspekt des Wesens. Er stärkt Lebenskraft.

Beobachten wir den Löwenzahn über das Jahr staunen wir über seine Verwandlungen und wie sehr sich diese Pflanze an die widrigsten Bedingungen anpassen kann. Sie wächst aus der Straßenritze, verträgt die Jauche der Kühe und kommt im Gemüsebeet immer wieder durch, wenn die kleinste Wurzelspitze in der Erde bleibt. Somit möchte ich auch noch auf eine Wesenheit dieser multifunktionalen Pflanze hinweisen. Auch wir müssen uns manchmal an neue Situationen anpassen, gewollt oder ungewollt. Körperlich kommen wir da auch in Schwierigkeiten, z.B. zeigt sich Verstopfung auf Reisen, depressive Verstimmungen nach dem Wegfall von Arbeit und Verlust von Freunden und es gibt da viele, viele körperliche Symptome, die ich aufzählen könnte. Hier kann er uns helfen, dass wir die Fähigkeit haben uns anzupassen.

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