Bratwurst mal anders

Es war einmal eine Bratwurst-Runde, zu der ich meine Vereinskollegen eingeladen hatte. (Bratwurst vom Schmiedefeuer in einem alten Kraftwerk, schon etwas Besonderes.) Die Bratwürste waren nicht unbedingt der kulinarische Hauptgewinn (fand aber nur ich 😉) Wenn etwas übrigbleibt, bin ich immer gegen das Wegwerfen! Diese Bratwürste haben mich jedoch vor eine Herausforderung gestellt. Also erstmal Einfrieren und Nachdenken.

Zweite Chance für die Bratwurst

Jetzt im Sommer, mit all den frischen Kräutern und dem Gemüse voller Sonne, habe ich einen Versuch gewagt. Die Bratwurstfülle aus der Hülle lösen und mit gebräunter Zwiebel, reichlich goldgelbem Knoblauch, Thymian und gehackter Peperoni “aufwerten”. Diese Masse in ausgehöhlte Paprika füllen (sehr gut eigenen sich zum Füllen auch Gemüsezwiebeln) und im Ofen unter mehrfachem Wenden ca. 40 Minuten bei 200 °C backen. Durch das vorsichtige Wenden werden alle Seiten der Paprika gleichmäßig gegart. Der Saft der Paprika zieht dabei in die Füllung ein.

Gegrillte Paprika, von Antipasti bis Pasta-Sauce

Gegrillte Paprika ist eine meiner liebsten Sommerspezialitäten. Man kann nach dem Grillen oder Backen auch die obere Schale von den Früchten lösen, die sich abhebt und Blasen wirft, aber ich finde das bei gefüllten Paprika nicht unbedingt notwendig. Wenn man aber die Paprikahälften pur grillt, egal ob im Backofen oder über dem Feuer, um daraus eine Vorspeise zuzubereiten, sie später in einer Lasagne zu verwenden oder in eine Pasta-Sauce zu geben, ist es sinnvoll die harte Schale abzulösen, um die seidige und sanfte Textur besser zur Geltung zu bringen. In diesem Fall die Hälften so lange Grillen, bis erste bräunlich-schwärzliche Blasen entstehen, in eine Schale legen gut abdecken und 20 Minuten warten. So vereinfacht man das Ablösen der Haut.

Buchweizen rundet das Gericht ab

Ich habe die Paprika auf den ersten zarten Sommerkohl gesetzt und mit Wein und Brühe angegossen. In diese Mischung kommt 20 Minuten vor Ende der Garzeit Buchweisen. Die kleinen und zarten Körner brauchen nicht zu lange zum Garen und saugen dabei die gesamte Flüssigkeit auf, was den Geschmack herrlich intensiviert. Aus nicht ganz optimalen Bratwürsten wird so ein feines und leichtes Sommergericht. Man kann dem Gericht durch saure Sahne, frische Kräuter zum Darüberstreuen oder auch geriebenem Käse ganz nach Belieben ein „finish“ geben. Wichtig ist mir, dass die Paprika wirklich frisch ist und aus regionalem Anbau stammt. Das ist gar nicht so schwer, denn im Juli / August hat das Gemüse auch hierzulade Saison und am besten kauft man es beim Gärtner. Deswegen ist es ein Sommergericht für mich, auf das ich mich lieber wartend freue, statt es außerhalb der Saison zu kochen.

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