Löwenzahnblüten – Menü mit Tee

Im Frühling vergeht die Zeit in gewissen Hinsicht sehr rasch. Ein paar warme tage und Sonnenschein verändern die Landschaft stark. Alles sprießt und nach dem ersten zarten Grün recken sich rasch auch die Blüten der Frühlingskräuter zum Himmel. Die wunderschönen und köstlichen Löwenzahnblüten haben mich zu einem Abendessen inspiriert, dass die Landschaft auf den Tisch holt. Süßer und Bitterkeit halten sich darin apart die Waage.

Die Blüten des Löwenzahns sollte man zwischen der Mittagszeit und dem frühen Abend sammeln. Sie sind dann voll geöffnet, Duft und Aroma haben sich entfaltet. Am besten pflückt man in angelegenen Wiesen oder an extensiv und biologisch genutzten Flächen. Mich hat mein Abendspaziergang zur Biogärtnerei geführt und nachdem ich nett gefragt habe, hat man mir erlaubt mein Abendessen zu sammeln. Wichtig ist, dass zwischen dem Pflücken und der Verarbeitung möglichst wenig Zeit vergeht. Kleine Käfer oder Insekten schüttelt man vorsichtig direkt nach der Ernte ab. Blüten sollte man nicht waschen, sie verliehen dabei nicht nur das schöne Aussehen, sondern auch einen großen teil des kulinarischen Werts.

Eine Ernte, vier Ideen

Aus den Löwenzahnblüten möchte ich eine Art kleines Menü gestalten, ohne dass es aufwendig wird. Dafür teile ich meine Ernte in vier ungefähr gleichen Teil. Aus dem ersten Teil werde ich Tee zubereiten. Der zweite Teil wird mit einem Senf-Honig-Dressing als Salat serviert. Die verbleibenden Löwenzahnblüten werde ich mit einem Bliniteig zubereiten, aber ich möchte zwei unterschiedliche Varianten ausprobieren: einen kräuterig-bitteren Blini als Hauptgang und einen blumig-milden Blini als Nachspeise.

Tee und Salat begleiten das Abendessen

Für den Tee kommt ein Teil der Blüten in eine Kanne und wird mit sprudelnd heißem Wasser übergossen. Anschließend sollte ein Deckel aufgelegt werden, eine Untertasse geht natürlich auch. Als Maß wähle ich zwei Handvoll Blüten für einen Liter Tee, die Ziehzeit beträgt 15 Minuten. Das Aroma ist sehr fein und man kann den fertigen Tee mit etwas Zitronensaft verfeinern oder einen Zweig Minze, Melisse zum Aufguss geben. Pur ist er aber am besten, finde ich.

Honig und Senf, zwei einfache Zutaten, sind unglaublich wandlungsfähig. Wenn man bei den Sorten passend auswählt, passt diese Kombination sich allen Grundzutaten an und hebt den Eigengeschmack ohne ihn zu überdecken. Für einen milden Löwenzahnblütensalat wähle ich milde Sorten aus. Ein Lindenblütenhonig und ein süßer Senf harmonieren wunderbar. Dazu braucht es nur noch ein gutes Öl, dass ebenfalls nicht zu kräftig aber aromatisch sein sollte, etwa Haselnuss- oder Leindotteröl. Alles wird zu einer cremigen Emulsion aufgeschlagen und ev. mit etwas Apfelessig abgerundet. Das Dressing erst beim Servieren auf den Blüten anrichten.

Blinis mit Blüten – von herzhaft bis süß  

Für den Bliniteig löse ich etwas Hefe in warmer Milch auf und schlage darin zwei Eier schaumig. Anschließend kommt möglichst frisches Buchweizenmehl hinzu und gewürzt wird mit einer Prise Salz. Der Teig wird mit einem Schneebesen fein und galt gerührt und anschließend ruht er 30 Minuten. In der Zeit werden die Löwenzahnblüten für den Hauptgang und den Nachtisch getrennt. Für den Hauptgang, die kräuterrig-bitteren Blinis, verarbeite ich die Blüten im Ganzen. Für den Nachtisch möchte ich einen feineren Geschmack, der zu süßen Aromen passt. Daher werden die Böden der Löwenzahnblüten abgelöst und nun die gelben Blütenblätter finden Verwendung. Diese gebe ich eine separate Schüssel, zu der die Hälfe des fertigen Teigs kommt. Gut umrühren und die Blütenblätter einarbeiten, beiseitestellen.

Eine beschichtete Pfanne wird gut erhitzt, dort hineingebe ich die ganzen Löwenzahnblüten, die ich zuvor in den Bliniteig getaucht habe. Sie werden mit Abstand in der ganzen Pfanne verteilt, danach eine Kelle Teig vorsichtig darüber geben, um die Zwischenräume zu füllen. Beim Wenden sollte man einen Topfdeckel verwenden und die fertigen Plinsen auf einem Kuchengitter etwas abkühlen lassen. Sie werden mit saurer Sahne, Quark oder etwas geriebenem Käse serviert und mit Salz, Pfeffer und würzigen Kräutern wie Brunnenkresse oder Bärlauch serviert.

Die Mischung aus Teig und Blütenblättern wird in der heißen Pfanne verteilt und vorsichtig glatt gestrichen, damit die Blinis gleichmäßig dick werden. Zum Wenden sollte wieder der Topfdeckel zum Einsatz kommen, die Blinis sind fluffig und luftig und die Blüten führen zusätzlich leicht zum Zerbrechen. Nachdem die Blinis auf dem Kuchengitter etwas abgekühlt sind, reiche ich sie mit einer Auswahl an Honigsorten und Marmelade. Auch geschlagene Sahne passt wunderbar dazu. Süß, fast sündig gut und dennoch durch den Buchweizen sehr gesund.

Ich hoffe, diese Ideen für ein kleines, feines Abendesser inspirieren zu einem Spaziergang. Ein Gang in die Natur tut unsere Gesundheit sicher ebenso gut wie ein selbst zubereitetes Abendessen aus frischen und hochwertigen Zutaten. Es muss nicht immer aufwendig und schon gar nicht teuer sein, Liebe und Sorgfalt sind wichtiger. Mit solchen Gerichten schenken wir uns einen Alltags-Genuss.  

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