Januar in der Lausitz…

 

… ist kalt und grau. Wir schwanken zwischen Euphorie und Blues, zwischen guten Vorsätzen und gemütlichem Schlendrian. Ernüchterung  statt Start des guten neuen Lebens, die Blöße wollen wir uns aber nicht geben. Wie war das gleich? Gesund essen, regional einkaufen, Zeit für Genuss, mit den Kindern kochen? Kein Problem und weder kompliziert noch teuer. Am besten mit Gemüse aus regionalem Anbau, dass man saisonal auch im Winter bekommen kann.

Der Januar ist die Zeit für Wurzelgemüse, diese Mauerblümchen in der Biokiste. Wie wäre es mit einem Rezept für Sellerie und Kohlrabi, jenseits von Suppe und Püree? Sellerie gehört zu den sehr gut lagerfähigen Knollen und man bekommt ihn bis ins Frühjahr bei regionalen Gärtnern, egal ob bio oder konventionell. Ein Wochenmarkt- oder Hofladenbesuch lohnt sich daher und auch viele Bioläden bieten heimische Produkte an. Die Knolle sieht erst einmal nicht sonderlich charmant aus, aber nach dem ersten Schnitt unter der runzeligen Schale entfaltet sich ein würzig-herber Duft, dem der Geschmack in Nichts nachsteht. Einen besonders guten Kochkohlrabi baut die Gärtnerei Schostek in Zittau an http://biogaertnerei-zittau.de/ die Sorte Superschmelz, die ebenfalls vom Lager ab verkauft wird.

Wer im Januar noch auf der Motivationsbremse steht, sollte es damit versuchen:

Sellerieschnitzel Cordon Bleu zu Kurkumakohlrabi und Kascha (Grundrezept für 2)

  • 1 Sellerie ca. 300 g
  • 1 Kohlrabi ca. 300 g oder zwei Kleine
  • Kascha 200 g (gerösteter Buchweizen, aus russischen o. polnischen Läden, gibt es oft auch im Supermarkt)
  • 3-4 Scheiben würziger Käse
  • 3-4 Scheiben geräuchterter Schweinebauch o. Schinken
  • 1 Ei
  • Semmelbrösel
  • Kurkuma, Salz, Pfeffer, Muskat und Gewürze die man richtig gern mag, wie Kreuzkümmel 😉
  • Bratfett nach Wahl
  • 2-4 TL Butter

Den Sellerie schälen und  in  Scheiben von 1 cm schneiden und ca. 7 min. garen, dann abtropfen und auskühlen lassen.  Den Kohlrabi nach dem Schälen in nicht zu grobe Würfel hacken und mit Butter und Kurkuma bei geringer Hitze und geschlossenem Deckel langsam dünsten. Die Kascha in Salzwasser aufkochen und bei geringer Hitze ausquellen lassen. Die Schalen des Sellerie und des Kohlrabi sollte man nicht wegwerfen, sondern in wenig Wasser auskochen. Das ergibt eine gute Gemüsebrühe oder mit dem restlichen Ei, das man beim Panieren nicht aufbraucht, eine Minivorsuppe.

Das Gute an dem Rezept: man hat zwischendurch Zeit, um die Sache mit dem Schnitzel in Angriff zu nehmen. Die Sellereischeiben von beiden Seiten mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Das Ei auf einem flachen Teller schaumig schlagen, die Semmelbrösel in einem zweiten Teller bereitstellen, Käse und Schinken bereitlegen. Der Rest ist ein Bausatz. Zwischen je zwei Schieben Sellerie den Käse und den Schinken verteilen, zusammenklappen, in Ei und dann in den Bröseln wenden und ab in die heiße Pfanne. Die Schnitzel brauchen von jeder Seite ca. 7 Minuten bis sie goldgelb gebraten sind, am besten nur einmal wenden und dabei ein bisschen vorsichtig sein. Die Kohlrabiwürfel ab und zu umrühren und mit Gewürzen der Wahl abschmecken. Perfekt zu Kohl und Kurkuma ist Kreuzkümmel, der wirkt auch dem „kohligen“ Duft und Magengrummeln entgegen. Die Kascha nach 15 min. kosten und wenn sie angenehm weich ist, mit einem Stückchen Butter verfeinern.

Nach einer reichlichen halben Stunde ist alles fertig, was man sich im Januar wünscht: frisches Gemüse, schmelzender Käse und eine Portion AllesanderealsGrau. Herumprobieren, weglassen, hinzufügen klappt bei diesem Rezept bestens. Braten mit dem Gänsefett von der Weihnachtsgans? Perfekt! Lieber Kokosöl? Gern! Auch ohne Schinken und Käse ist gebratener Sellerie ein richtig gutes Essen. Kascha, die Buchweizengrütze, ist in Polen allgegenwärtig und das zu recht. Einfach zuzubereiten, sehr gesund, günstig und herrlich im Geschmack (herzhaft und süß).

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