Thymian

Diese Pflanze ist eine Freude, nicht nur für uns, sondern auch für die Insekten. Jetzt blüht in vielen Gärten der Thymian und lockt Bienen und Hummeln an. Wer mit offenen Augen durch die Landschaft geht, kann an manchen Stellen eine Wildform, den Quendel, in der Lausitz entdecken. Die Blühten sind eher klein und zart violett, der Duft der Blätter charakteristisch und kräftig, wenn man sie zwischen den Fingern zerreibt. Thymian gedeiht auch auf trockenen, sandigen Böden und verträgt viel Sonne, was ihn ideal für „schwierige“ Fleckchen im Garten macht.

Thymiantee ist ein bewährtes Hausmittel bei allen Arten von Atemwegserkrankungen und hilft auch gegen Erkältungsbeschwerden. Jetzt ist die richtige Zeit, um die Sonnenkraft die im Thymian steckt zu ernten und für die Schnupfenzeit zu konservieren. Der sommerliche Erhaltungsschnitt dämmt auch die Verholzung ein und hält die Pflanzen jung und kräftig. Am besten erntet man gleichmäßig über alle Triebe der Pflanzen und gönnt ihr anschließend Ruhe, damit sie nachwachsen kann.

Zum Trocknen breitet man die Triebe auf Backblechen oder Tüchern aus und stellt sie in den Schatten. Das ist wichtig, denn beim schnellen Trocken in der Sonne verflüchtigt sich das Aroma leider sehr schnell. Anschließend den gut abgetrockneten Thymian zwischen den Händen reiben, sodass Blüten und Blättchen abfallen. Diese werden zur späteren Verwendung in trockenen und sauberen Schraubgläsern verwahrt. Sehr gut schmeckt eine Mischung aus Minze und Thymian, aber auch anderen, selbst zusammengestellten Teemischungen verleiht Thymian eine interessante zusätzliche Note. Das „Stroh“ des Thymians muss man nicht gleich wegwerfen, auch wenn es für einen Tee nicht den besten Geschmack geben würde, verwenden kann man es natürlich. Entweder man überbrüht man es und lässt es 30 Minuten geschlossen ziehen, dann ist es ein sehr guter Badezusatz. Oder man verleiht damit Speisen ein interessantes Aroma, indem man es anglimmenlässt, aufpustet und darüber räuchert. Dafür reicht ein alter Topf und das Experiment kann beginnen.

Thymian ist ein idealer Begleiter der mediterranen Küche. Ob frisch oder getrocknet, ob pur oder in Kombination mit Bohnenkraut und Oregano – er verleiht Suppen und Saucen eine feine Kräuternote. Ich gebe immer eine Sträßchen Thymian in das Kochwasser der grünen Bohnen. Besonders fein zur Geltung kommt das Aroma auch bei neuen Kartoffeln, die man damit reichlich bedeckt und im Römertopf gart.

Wer das Aroma von Thymian liebt und davon genug im Garten stehen hat, kann auch Sirup damit kochen. Ein Löffel davon in kaltes Wasser, eine Scheibe hinzugeben und fertig ist die perfekte Erfrischung. Wer es nicht so süß mag, sollte zwei andere Ideen ausprobieren. Am einfachen ist die Zubereitung von Kräuterwasser, dass ich im Sommer immer im Kühlschrank stehen habe. Dafür einfach ein Strauß frische Kräuter zwischen den Händen reiben, damit das Aroma freigesetzt wird und in eine Glasflasche geben, zum Beispiel alte Milchflaschen eignen sich sehr gut, mit Leitungswasser übergießen, eine Scheibe Zitrone und etwas Gurke hinzugeben und über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen. Das Aroma von Thymian kann man auch in gutem Apfelessig konservieren. Einfach ein Sträußchen davon mit Essig bedeckt 2 Wochen ziehen lassen und dann abgießen. Ein Esslöffel Apfelessig auf ein Glas Wasser ergibt ein wohlschmeckendes, kalorienarmes Erfrischungsgetränk. Wer jetzt neugierig geworden ist, aber noch keinen Thymian um Garten hat, sollte man der nächsten (Bio)Gärtnerei einen Besuch abstatten. Aus persönlicher Erfragung kann ich Schostek in Zittau und Wagner in Görlitz empfehlen. Aber sicher gibt es viele gute Gärtner. Zu wem geht ihr?

Schreibe einen Kommentar