Rhabarber und Schwein? Rhabarber und Schwein!

frühlingsfrisch

frühlingsfrisch

Wer einen Garten hat, der wird Grillen. Wer keinen Garten hat vermutlich auch. Es ist Grillwetter und das möchte ich kulinarisch feiern. Mit Frische, Abwechslung und der Freude am puren Genuss. Deswegen stehen schon seit Längerem Schweinerippchen ganz oben auf meiner Grillliste. Sie in guter Qualität zu bekommen, ist leider gar nicht so einfach. Unmengen geschmackloser Wässrigkeiten in Form von Schweinefleisch verstopfen die Tiefkühltruhen. Aber wenn man noch eine gute Fleischerei kennt, oder Bauern die selbst Schweine halten (ja, beides gibt es noch – man muss aber tüchtig suchen) hat man die Chance auf diesen echten Leckerbissen. Die Rippen kaufe ich gerne in größeren Mengen, wenn ich sie mal bekommen kann und friere sie in Portionen ein.

Im Hochfrühling gehört der Rhabarber zu den neuen Köstlichkeiten. Man denkt dabei vor allem an Kuchen, Törtchen, Eis oder dergleichen verlockende Süßspeisen, denn die Säure des Rhabarbers scheint Zucker zu verlangen, viel Zucker. Das darf man sich ruhig mal gönnen. Aber die grünlich bis rosa gefärbten Stangen, die man jetzt im Garten ernten oder auf dem Wochenmarkt kaufen kann, bieten noch ungeahnte kulinarische Möglichkeiten. Nämlich, sie als Gemüse zu herzhaften Gerichten zuzubereiten – besonders zu Fettem und Gegrilltem ist das mein absoluter Favorit.

Fleisch und Gemüse

Fleisch und Gemüse

Rhabarber passt ideal zu dieser Spezialität, denn das Fleisch an den Rippen ist fett und saftig. Daher braucht es ein Gegengewicht, damit der Geschmack gehoben und ausbalanciert wird. „Säure schneidet durch das Fett“. Dafür ist der Rhabarber ins Spiel gekommen, zusammen ein Traum vom Grill. Den Rhabarber kann man auf einer einfachen Grillpfanne zubereiten, aber man sollte auf keinen Fall Alufolie verwenden. Als Alternative kann man auch die Rhabarberblätter dafür nutzen.

Man braucht wenig für eine Portion, die glücklich macht. Je nach Größe der Rippen drei bis vier Streifen und dazu die ungefähr gleiche Menge an Rhabarber. Die Gemüsestangen schält man, indem man die äußere dünne Haut abzieht und sie in ca. 10 – 15 ca. lange Stücke schneidet. Die Rippen teilt man ebenfalls in Portionsgröße. Dann kommt beides zusammen auf den gut angeheizten Grill, der ordentlich Glut haben sollte. Nun heißt es warten, dabeibleiben und Geduld üben. Die Rippen bitte auf keinen Fall vorkochen! Damit verlieren sie die Saftigkeit und man gewinnt nur Zeit, in der man dann auf Trockenem herumrumkauen muss. Stattdessen langsam und lange grillen, immer wieder wenden und darauf achten, dass sich das in die Glut tropfende Fett nicht zur Stichflamme entzündet.

Geduld haben und gut achtgeben

Geduld haben und gut achtgeben

Nach ca. 20 Minuten kann man es wagen: Rippen (goldbraun) und Rhabarber (zart und fädig) werden zusammen angerichtet, dazu reicht man ein einfaches, gutes Brot um die Säfte aufzunehmen. Hier zeigt sich die Qualität der einzelnen Produkte: Salz und Pfeffer genügen, man braucht keine Saucen oder Tunken, um die wortwörtliche Geschmacklosigkeit zu überdecken. Kleine Bissen vom fetten, saftigen Fleisch und säuerlichen Gemüse ergeben ein Gedicht im Mund. Auf Grund der Reichhaltigkeit isst man kleine Portionen, die gleich satt und glücklich machen, große Mengen sind gar nicht nötig!

Die Knochen der Rippen muss man unbedingt aufheben, vielleicht noch mal auf den Grill geben und ganz intensiv anrösten. Aus ihnen entsteht eine köstliche Brühe. Man kann die Knochen einfach einfrieren, bis genug dafür zusammengekommen sind. So wird man mit dem guten Einkauf Rest-los zufrieden sein und für die schmalen Tage nach dem Grillfestgelage gibt es eine aromatische Brühe, aus der man eine Suppe zaubern kann. Rezept folg natürlich hier im Blog!

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