Giersch – Wilder Genuss, oder wie aus einem Unkraut das Abendessen wird.

Giersch

Der Frühling in der Lausitz zeigt seinen Charme erstmal nur in Form einzeln auftretender Sonnenstrahlen. Damit wir uns nicht etwa verwöhnt fühlen, werden apriltypische Regen- oder Hagelschauer beigemischt und die Temperatur nur in homöopathischen Dosen gesteigert. Nun ja, der Hunger nach Grünem und Frischem ist trotzdem allgegenwärtig. Nicht immer muss man dafür zum Gärtner seines Vertrauens gehen, man hat auch die Möglichkeit sich im Garten oder Wald umzusehen.

unscheinbar, aber Power

Nicht immer weiß man aber, wo Köstlichkeiten wie Bärlauch oder Brunnenkresse gedeihen. Aber dafür kann man ziemlich sicher gehen, dass der Giersch nie weit weg ist. (Im Zweifelsfall: fragt den nächsten Kleingärtner. Der wird euch nicht nur den Standort zeigen, sondern euch bitten, alle, ja alles, bis zum letzten Blättchen mitzunehmen.) Des Einen Unkraut ist des Anderen Abendessen und man muss nur noch überlegen, was es denn sein darf: Rohkost-Salat, nach Spinat-Art zu Pasta oder als Pesto für so ziemlich jeden Zweck? Roh erinnert der Geschmack an zarte Kresse, hat aber auch etwas möhrig-mildes. Gedünstet wird das Aroma verhaltener und tendiert in die Richtungen Spinat oder Mangold. Dass dem Giersch eine Detox-Wirkung nachgesagt wird, geschenkt angesichts dieser phänomenalen kulinarischen Bandbreite.

Pasta past da

Weil auf Grund der Witterung in meinem Garten nur kleine, zarte Blättchen gesichtet wurden, habe ich mich dafür entschieden, sie lediglich kurz in heißer, aufgeschäumter Butter zu schwenken und mit Nudeln zu reichen. Das ist im Grunde genommen kein Rezept, viel zu einfach und fast einfallslos. Aber genau darum geht es meiner Meinung nach beim Wildkräutersammeln in der ersten Frühjahrssonne, dem ersten Frühjahrslicht: nicht die Menge oder die Raffiniertheit der Zubereitung zählen da, sondern das Feiern, dass es Frühling wird! Dafür reicht manchmal schon ein zartes Blättchen.

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