Giersch, das beste “Unkraut”

Gemeinsam mit Christine Cieslak möchte in diesem verrücken März 2020 eine Serie starten. Wenn wir schon unsere geplanten Kräutertage erst mal aufschieben müssen, können wir dennoch unser Wissen und unsere Leidenschaft für Gutes und Gesundes mit euch teilen. Wir treffen uns dann zum gemeinsamen Genießen, wenn sich alles wieder beruhigt hat. Von Christin (Texte kursiv), der Naturheilpraktikerin, kommt in unserer Serie viel Wissenswertes um Kräuter und ihre Wirkung, von mir kommen Inspirationen für einfache und köstliche Gerichte, die man damit zubereiten kann. Heute widmen wir uns meinem persönlichen „Lieblingsunkraut“, dem Giersch.

Wesen der Pflanze: Der Giersch ist eine Pflanze des Feucht- Schattigen und der lockeren Böden von Laub und Auenwäldern. Sie wächst am Waldrand, an schattigen Hecken, an Zäunen und in Gärten. Im Frühling entfalten sich die dreifach zerteilten Blätter am Boden und später im Jahr wird die Pflanze beeindruckend groß und entfaltet sich mit ihren weißen Dolden. Der Giersch ist kräftig im Wurzelwachstum. Es ist sehr schön zu beobachten, wie die Blätter sich entfalten und größer werden. Gerade in diesem Stadium schmecken sie zart und würzig.

Der Geschmack des Giersch erinnert an eine Mischung aus Möhren und Petersilie und daher sollte man die zarten, feinen Blätter im Frühling mit diesen „Verwandten“ kombinieren. Ich habe mich für unser heutiges Rezept für Pastinake entschieden. Die feine Wurzel ist jetzt köstlich aus der Lagerung beim Gärtner aus der Lausitz, denn es ist ein klassisches Lagergemüse. Ich finde die Kombination aus „Winter“ und „Frühling“ kulinarisch, ästhetisch und poetisch 😉 wunderbar. Beides ist als Rohkost sehr aromatisch und bekömmlich. Die guten Inhaltsstoffe der zarten Blättchen kommen so am besten zur Geltung. Die Blättchen verlesen, waschen, trockentupfen. Die Wurzeln schälen und grob reiben. Beide Zutaten gemeinsam mit Senföl, Senf, Honig mischen.

Name: Aegopodium podagraria Familie: Doldenblütler, Achtung! In dieser Familie gibt es gifte Pflanzen. Den Giersch erkennt man unteranderem am dreieckig kantigen Stengel. Auch hat er einen typischen Geruch und ist den Gärtnern bekannt durch das Wurzelwerk. Geschwister vom Giersch sind Möhre, Petersilie, Kerbel, Anis und ACHTUNG Schierling! Das Grundaroma der frischen Pflanze gleicht einer Mischung aus Möhre und Petersilie.

Inhaltsstoffe: reichlich Mineralien, Vitamin C und A, Harz, ätherisches Öl, Flavonoide, bis zu 90 Prozent Wasser, Vitamin C Gehalt in mg/ 100g beträgt 201  im Vergleich mit Kulturgemüse: Kopfsalat: 13, Erbsen: 25, Weißkohl 46..), Rein Eiweißgehalt in g pro 100 g beträgt 6,7 ( im Vergleich Kopfsalat: 0,6, Feldsalat: 1,8 ) Quelle: S. 704 -706 in Praxislehrbuch Heilpflanzenkunde von Ursel Bührung

Mein persönliches Lieblingsgericht mit Giersch ist eigentlich gar kein Gericht. Es ist eher ein Augenblick Frühling, so pur als irgend möglich. Gutes, frisches Roggenbrot mit einer feinen Butter (warum nicht mal Rohmilchbutter vom Lindenhof probieren!?), belegt mit Giersch – Blättern und bestreut mit etwas Salz. Fertig.

Wirkung: Volkstümlich ist die Wirkung mit harntreibend, krampflösend, entzündungshemmend und entsäuernd beschrieben. Seit Jahrhunderten wird er als Heilmittel gegen Gicht beschrieben und in seinem Namen Geißfuß oder podagra können wir das erkennen. Das Verzehren von Giersch hilft die Harnsäure verstärkt auszuscheiden. Somit haben wir ein spezifisches Heilmittel, was allerdings auch frisch genutzt werden muss. Vor allem ist auch dieses Kraut ein Kraftspender für unsere Gesunderhaltung und Stärkung.

Schreibe einen Kommentar