Essbare Landschaft – Frühling trifft Winter

Heute habe ein kleines Rezept, dass für mich wunderbar funktioniert und auch leicht abzuwandeln ist. Die Inspiration dazu gibt ein besonders bekannter und köstlicher Klassiker, der Waldorf-Salat. Er hat seinen Namen von einem legendären Hotel in New York. Meine Version ist die Dorf-und-Landschaft Alternative, die ich aber nicht weniger ansprechend und köstlich finde, eher im Gegenteil.

Frühlingserwachen

Was man möchte, kann man pflücken! Diesen Satz möchte ich voranstellen. Was der März bietet, sind zum Beispiel: Löwenzahn, Giersch, Bärlauch, Brennnessel, Vogelmiere und Knoblauchrauke. Von allem kann man sich frisch in der Natur bedienen. Die Kräuter werden nach dem Ernten gut verlesen, gewaschen und trocken geschüttelt.

Wintergrüße

Ein Salat braucht eine Basis, wenn daraus ein Hauptgericht werden soll. Dafür habe ich eine würzige und gesunde Wurzel ausgewählt, die wie ein erdig-aromatischer Gruß aus dem Winter schmeckt: Knollensellerie. Der Sellerie wird geschält und dann mit einer Reibe in grobe Fäden gehobelt. Eine knackige und süße Komponente frischt jeden Salat auf, dafür sind fein-säuerliche Äpfel bestens geeignet. Ich schneide sie in feine Stücke, damit ein Unterschied in der Textur zu den anderen Zutaten entsteht. Das Besondere am Waldorfsalat sind die köstlichen, leicht bitteren Walnüsse, die unbedingt dazu gehören. Ich gebe eine halbe Hand voll pro Person in meinen Unkraut-Salat.

Dressing

Für einen gelungenen Salat sollte man sich genauso viele Gedanken über das Dressing wie über die Hauptzutaten manchen. Dabei gilt, weniger ist mehr. Das Dressing soll den Salat nicht “ersäufen”, sondern die Aromen edel verbinden und sich zurückhaltend anschmiegen. Charaktervoll darf es dennoch sein. Das Wichtigste ist ein feines, hochwertiges Öl. Am besten, man schaut sich in seiner näheren Umgebung um, wer Öle presst. Ich habe das Glück, gerade ein wunderbares Leindotteröl von einem regionalen Biobetrieb dazuhaben, das kommt natürlich in den Salat. Als weitere Zutaten wähle ich gerieben Meerrettich für die Schärfe, etwas Mayonnaise für die Milde, Senf, Honig, Salz und Pfeffer, mehr ist nicht nötig.

Mut zum Unkraut

Je mehr unterschiedliche Kräuter man verwendet, um so abwechslungsreicher wird der Salat und um so komplexer werden die Aromen. Die grünen Geschmacknoten stehen sich dabei nie im Weg, sondern ergänzen sich fein. Mit Gewürzen hingegen sollte man sparsam umgehen.

Finish

Der Salat ist eine ganze Mahlzeit, die man bewusst pur genießen sollte, zusammen mit einer Scheibe Roggenvollkornbrot mit Butter. Dazu passt am besten ein Tee aus (ebenfalls) frisch gesammelten Brennnesseln. Ich denke das besonders Gesunde an diesem Gericht sind frische Luft, Sonne, Wind und Ruhe, die man beim Sammeln der Kräuter kostenlos dazu bekommt. Wenn man den Sellerie dann auch noch vom regionalen Gärtner holt und für die anderen Zutaten im Bioladen vorbeischaut, ist der gesunde Genuss perfekt.

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