Bohnen in scharfer Tomatensauce, mit Schokolade abgerundet

Tomatenzeit

Tomatenzeit

Das Beste ist ja immer das, was gerade wächst und reift. Im Sommer kann man daher für die vegetarische Küche aus den Vollen schöpfen. Am interessantesten wird es, wenn man etwas Bewährtes und etwas Neues kombiniert. Das habe ich in diesem Rezept versucht, dessen Anregungen ich aus meiner Lieblingsbiogärtnerei habe: Bohnen in Tomatensauce, verfeinert mit Schokolade.

Das klingt ungewöhnlich? Vielleicht nur für uns, denn in der mexikanischen Küche ist die Kombination aus Tomaten und Schokolade hochgeschätzt. Beim Kochen mit Tomaten geht es immer darum, die fruchtige Säure mit einer passenden, aromatischen Süße auszubalancieren. Dafür wird oft Zucker oder Honig verwendet. Aber Späne einer fein gehobelten, guten Schokolade bringen viel mehr mit als nur Süße. Es ist ein volles, rundes und pikantes Aroma, ohne dass man die „Geheimzutat“ sofort herausschmecken würde. Also nur Mut zum Genuss!

Bohnen bekommt man jetzt in allen Farben

Bohnen bekommt man jetzt in allen Farben

Frische Bohnen von Spitze und Stielansatz befreien, in 2 – 3 cm lange Stücke schneiden, in Salzwasser mit viel frischem Bohnenkraut 10 Minuten kochen, dann abgießen und unter kaltem Wasser abschrecken, beiseitestellen.

In einem Topf mit breitem Boden in Scheiben geschnittene Zwiebeln und zerdrückte Knoblauchzehen anschwitzen, bis sie glasig werden. Ob man dafür ausgelassenen Speck nimmt, wie ich in diesem Rezept, oder ein pflanzliches Fett, ist reine Geschmackssache. Große, aromatische Tomaten mit viel Fleisch in grobe Stücke schneiden, in den Topf geben und köcheln lassen. Ich habe die Sorten „Berner Rose“ und „goldene Königin“ verwendet, die sich hervorragend zum Kochen eigenen.

Wichtig ist aber vor allem, dass die Tomaten voll reif sind und auch mal die Sonne abbekommen haben, dann schmeckt man den Sommer in der Sauce. Die Kombination aus roten und gelben Früchten sorgt für eine strahlende orangene Farbe, die einfach herrlich anzusehen ist. Die feurige Abrundung bekommt die Sauce, indem man eine Peperonischote mitkochen lässt. Mit Kernen wird es feuriger, entfernt man die Kerne, ist es etwas milder.  Wer mag, nimmt auch frische Kräuter dazu, aber Basilikum und Co. nur in den letzten 20 Minuten mitköcheln lassen, sonst verliert sich das Aroma.

Zwiebeln, Knoblauch und Peperoni für die Basis

Zwiebeln, Knoblauch und Peperoni für die Basis

Die Sauce aus sonnengereiften Tomaten ist eine wunderbare Grundzutat, daher empfehle ich, gleich mehr davon zuzubereiten. Sie kann pur als Suppe serviert, zusammen mit gutem Rinderhack zu Bologneser Sauce verfeinert und auf Nudeln angerichtet oder auf knusprigemHefeteigboden für Pizza verwendet werden.

Die erste halbe Stunde lässt man die Tomaten leise bei geschlossenem Deckel köcheln, die zweite halbe Stunde geht man mit der Hitze hoch und lässt den Topf offen, damit die Sauce einkochen kann. Alle Stücke der Tomaten müssen geschmolzen sein und sich beim Rühren auflösen. Sollte das nach einer Stunde noch nicht der Fall sein, lieber noch ein Bisschen weiter kochen. Zum Schluss die Sauce durch die flotte Lotte drehen, dabei eine feine Scheibe verwenden, damit Kerne und Schalen zurückgehalten werden. Alternativ kann man die Mischung auch durch ein Sieb streichen.

Farben, die Appetit machen

Farben, die Appetit machen

Die Bohnenstücke in etwas aufgeschäumter Butter andünsten. (Ich mag es, wenn sie dabei einwenig Farbe annehmen.) Dann soviel von der Tomatensauce hinzugeben, bis die Bohnen knapp damit bedeckt sind. Alles zusammen in einem offenen Topf köcheln lassen, bis die Sauce sich eindickt und die Bohnen zart werden. In dieser Zeit löffelweise geraspelte Schokolade hinzugeben, rühren und kosten, wenn diese geschmolzen ist. Zartbitter gibt eine andere Note als eine süße Vollmilchschokolade – also immer mal wieder etwas Neues probieren.

Das Gericht ist fertig, wenn alle Aromen sich in der Sauce verbunden haben, die Bohnen genau auf den Punkt gegart sind und die eingedickte Sauce das Gemüse umhüllt. Man kann es als leichtes, vegetarisches Sommergericht mit Brot servieren oder zu neuen Kartoffeln geben. Eine Möglichkeit, die Sauce ausgiebig zu genießen, sind selbst gemachte Semmelknödel. Der Vorteil, man kann diese in aller Ruhe über der köchelnden Tomatensauce im Dampf garen, so bekommen sie schon etwas vom Aroma mit.

Viel Freude beim Nachkochen und wenn Ihr das nächste Mal auf dem Markt einkaufen geht, fragt doch mal den Gärtner nach Tipps und Tricks für die Gemüseküche 😉

Die Tomaten für das Rezept kommen von hier.

 

Schreibe einen Kommentar