Ein Korb voll Glück

Energie-Ernte vom Acker?

Die Energiewende schafft neue Herausforderungen. Der Energiehunger unserer Gesellschaft ist ungebremst. Im Zuge des Ausstiegs aus den fossilen Brennstoffen und aus der Atomenergie sind neue Lösungen dringend gefragt. Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit müssen ebenso in den Konzepten berücksichtigt werden, wie Nutzungskonflikte um knappe Ressourcen und die Teilhabe der Akteure im Rahmen der regionalen Wertschöpfung. Die Lausitz steht durch den Strukturwandel im Focus der Entwicklung. Die aktuell noch sehr wichtige Braunkohlenverstromung wird absehbar nicht mehr weitergeführt. Damit einhergehend wird auch Förderung des Brennstoffs Braunkohle im Tagebaubetrieb enden. Eine Energieregion will der Landkreis Görlitz dennoch bleiben, Knowhow und Expertise für die Zukunft sichern und nachhaltige Wege der Energiegewinnung aktiv fördern.

Energiegewinnung durch Wind und Solar ist im Alltag angekommen. Ländliche Regionen bietet dieser Trend Chancen, aber er ist auch mit Risiken behaftet. Durch die Nutzungsintensivierung kommt es zu Zielkonflikten mit Bürgerinteressen, Naturschutz und Nahrungsmittelproduktion auf landwirtschaftlichen Nutzflächen. Für die Akzeptanz der Energiewende ist das Moderieren der Zielkonflikte und ein partizipativer Ansatz der Projektentwicklung von großer Bedeutung. Auch die gesamtgesellschaftliche Debatte braucht eine differenzierte Betrachtung der verschiedenen Aspekte. Daraus ergeben sich differenzierte Fragestellungen, die im Rahmen von Begleitforschung oder Projektarbeiten untersucht werden sollen.

Der Landkreis Görlitz ist im Norden durch sandige Böden geprägt, ebenso wie der Landkreis Bautzen und die sich in Brandenburg anschließende Niederlausitz. Diese Regionen weisen einen geringeren Bodenwert auf, der für Landwirte und Landwirtinnen eine Herausforderung darstellt. Durch stärkere Auflagen für Düngung und Pflanzenschutz und die sich verändernden gesellschaftlichen Erwartungen an die Landwirtschaft ist in solchen Regionen Ackerbau schwieriger geworden. Ist die Stormgewinnung vom Acker eine Alternative? Welche Voraussetzungen gibt es dafür derzeit in der Region? Schaden oder nutzen Fotovoltaikanlagen der Landschaft und wie kann man die Auswirkungen bewerten? Gibt es sinnvolle Möglichkeiten, die landwirtschaftliche Produktion von Nahrungsmitteln mit der Erzeugung von Elektroenergie auf der gleichen Fläche zu kombinieren? Vergleichbare Ideen wurden in anderen Bundesländern bereits realisiert. Welche Modelle für eine solche Kombinationslösung gibt es aktuell konkret und wie stellt sich der laufende Betrieb dieser Projekte dar? Wie kann man erforschen, welche Modelle sich für die Lausitz eignen? Planungsrecht und Genehmigungsverfahren müssen die Herausforderungen aufgreifen und in Dialog mit den Forschenden und den Praxispartnern treten.. Modellanlagen brauchen Betriebe, die den Versuch wagen und die bei der Bewältigung der damit verbundenen Schwierigkeiten unterstützt werden.

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