Herbstsalat mit Birne und Radicchio

Birnen gehören zu den besonderen Früchten des Herbsts, die man jetzt vielfach bei Spaziergängen sammeln kann. Es lohnt sich also, immer ein Körbchen dabei zu haben und sich Gedanken darüberzumachen, wie man die Ernte verwenden kann. Die saftige Süße der Birnen ist eine perfekte Ergänzung zu herberen oder bitteren Aromen. Radicchio ist ein Herbstsalat, der jetzt frisch in den Gärtnereien zu bekommen ist. Ich greife immer zu, denn die wertvollen Bitterstoffe sind gut für unsere Gesundheit und auch eine aufregende Abwechslung für unseren Gaumen.

1 kleiner Kopf Radicchio

2 – 3 frische Birnen

Eine Handvoll Walnusskerne

Öl, Essig, Honig, Senf für das Dressing

Für ein „Upgrade“ zur Hautspeise:

Staudensellerie

Blauschimmelkäse

Den Radicchio schneiden, die Birnen fein hobeln und gut vermischen. Aus Honig, Öl und Essig ein Dressing zubereiten und mit einem Löffel Senf emulgierenden, sodass es schön rund und glänzend wird. Die Nüsse über den Salat streuen und sofort servieren. Süß und Bitter – ein Traumpaar der Kulinarik, man muss sich nur trauen! Das Rezept hat etwas Puristisches und das mag ich, denn so schmeckt man die klaren Aromen von Radicchio und Birne heraus. In dieser Form ist es eine feine kleine Vorspeise. Man kann aber auch Selleriestreifen unterheben und Flöckchen vom Blauschimmelkäse zum Veredeln darüber geben. Dann wird daraus, zusammen mit frischem Brot, schon ein veritabler Hauptgang.

Der frische Bittersalat ist knackig und würzig, vor allem wenn er wirklich frisch vom Feld kommt. Dem Supermarktgemüse ist meistens die köstliche Bitterkeit schon weggezüchtet worden. Dabei tun uns diese Stoffe so gut. Je länger ich koche und je intensiver ich mich mit der Lausitz auseinandersetze, umso weniger bin ich bereit bei der Qualität Kompromisse zu machen. Mein Gemüse kommt aus der Gärtnerei, Punkt und Schluss. Ich sehe nicht ein, warum ich einen wenig aromatischen Salat kaufen soll, der eine weiter Reise hinter sich hat, wenn ich ihn voller Aroma und knackig vom Acker nebenan haben kann. Natürlich haben viele Menschen heute wenig Zeit, aber dafür gibt es Lösungen wie die Marktschwärmereien, damit man das Beste von hier einfach bekommen kann.

Meine erklärte Lieblingsgärtnerei ist Schostek in Zittau. Leider ist Michael Schostek vor kurzem überraschend verstorben. Bitte helft dem betreib daher gerade jetzt mit eurem Einkauf! Wie gewohnt ist Freitag 14 – 17 Uhr Hofverkauf und Mittwoch und Samstag gibt es das Gemüse auf dem Wochenmarkt. Auf die Belieferung der Marktschwärmerei müssen wir leider derzeit verzichten, es fehlt einfach die (Arbeits)Zeit dafür.

Das Sammeln von Obst im Herbst passt so herrlich mit dem Spazierengehen im goldenen Oktober zusammen. In den nächsten Jahren werden hoffentlich vermehrt „gelbe Bänder“ an den Bäumen flattern, die signalisieren: hier darfst du ernten. Aber schon jetzt reicht ein bisschen Ortskenntnis und man kann auch einfach mal den Nachbar fragen. Plattformen wie Mundraub werden auch zunehmend beliebter.

Wer einen Garten oder ein Stück Land hat, sollte darüber nachdenken, einen Birnbaum zu pflanzen, es gibt viele lokale Sorten, die leider immer mehr in Vergessenheit geraten. Wenn man sich beraten lassen möchte, dann sollte man eine gute Baumschule mit Erfahrung aufsuchen und gern auch mal mit der Oberlausitz Stiftung Kontakt aufnehmen, die setzten sich für den Erhalt alter Sorten ein. Slow Food ist immer eine gute Adresse! Wir (ich darf im Vorstand von Slow Food Lausitz mitwirken) vernetzen und fördern zum Erhalt der guten Dinge, immer getreu dem Motto: „Erhalten durch Aufessen!“

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